Schlaraffia

Schlaraffia Am Werdenfels

Reychsnummer: 298

 

 

Schlaraffia - wie es dazu kam

 

Sie ist vorwiegend heiter, selbst das Wappentier Uhu in seiner schlaraffischen Weisheit zwinkert dazu. Natürlich, auch ein Schlaraffe ißt, trinkt und raucht (letzteres besser nicht), hat Frau und Kind, ein Dach über dem Kopf, wohl auch ein Auto und einen Beruf oder vielleicht auch diesen nicht mehr. Das ist biologisch bedingt, teils gesellschaftliches Brauchtum. Aber schon unter Matt. 4.4 steht: „Der Mensch lebt nicht von Brot allein ...“. Demzufolge gibt es ein Herz, das nach einem Stück Romantik verlangt, eben nach dem Augenzwinkern des Uhus.

 

Der Freundschaftsbund wurde 1859 von Künstlern, Akademikern, Handwerkern und Bürgern vieler Stände in Prag gegründet.

 

Sie wollten sich gegenseitig mit künstlerischen Vorträgen unterhalten und das Fluidum nutzen zu einem witzig-geistvollen Spiel in Rede und Gegenrede, zum Persiflieren bürgerlicher und bürokratischer Verkrustungen ihrer Zeit wie Ämter- und Standesdünkel. Das gab es damals auch schon.

 

In einer wahren Schlaraffen-Euphorie pflanzte sich der Uhu-Bund fort, in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern Europas und schlußendlich über den ganzen Globus.

 

Heute gibt es Schlaraffia weltweit an 259 Orten, schlaraffisch „Reyche“ genannt, mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Der Erfolg liegt sicherlich darin begründet, daß die Schlaraffia nur für sich selbst da ist und die zwangsläufig selbstzerstörenden Faktoren wie Beruf, Religion, Politik und profane Geltungssucht ausklammert.